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Professional women power: Vereinbarkeit ist keine Einbahnstraße

PrintMailRate-it


veröffentlicht am 7. April 2022

Im Rahmen unseres Karriereblogs „professional women power” stellen sich monatlich Kolleginnen vor,
die von ihren Karrierewegen und ihrem Arbeitsalltag bei Rödl & Partner erzählen.
Wir möchten damit die Aufmerksamkeit auf Frauen richten sowie Bewerberinnen und Kolleginnen motivieren, ihre individuellen Karrierewege bei Rödl & Partner mutig zu verfolgen.

„Vereinbarkeit ist keine Einbahnstraße, alle müssen aktiv daran arbeiten”


Anke Führlein



Anke Führlein leitet seit 2016 die Serviceeinheit Personalentwicklung bei Rödl & Partner in Nürnberg. Sie hat zwei Jungs (8, 19), arbeitet 35 Stunden pro Woche und führt ein ca. 15-köpfiges Team.

 

Anke, wie bringst Du Deine Rolle bei Rödl & Partner und Deine Familie unter einen Hut?

Ich konnte von Anfang an mit großer Unterstützung und Vertrauen meiner Führungskraft (Christian Rödl) meine Rolle eigenständig und mit viel Freiraum ausgestalten, so dass sie auch zu meiner persönlichen Situation passt.

Tatsächlich hatte ich anfangs ein schlechtes Gefühl, mein Team nachmittags allein zu lassen, um den Kleinen, damals 2 Jahre alt, pünktlich aus der Krippe abzuholen. Natürlich vertraute ich meinem Team, hatte aber Be­denken, nicht genügend für alle da zu sein. Mit der Zeit legten sich die Bedenken, weil ich merkte, mein Team kommt auch ohne mich super zurecht, und im Notfall (und diesen Notfall gab es so gut wie nie) bin ich per Handy erreichbar. 


Zugleich machte ich in den letzten Jahren die Erfahrung, dass eine sehr gute, durchgetaktete Planung hilft, fast Unmögliches doch noch zu wuppen, Projekte gut abzuschließen und Ziele zu erreichen. Organisationstalent und Struktur sind wirklich wichtig. Auch die Fähigkeit, priorisieren zu können. Letzteres habe ich in den letzten Jahren notgedrungener Weise lernen müssen. Ansonsten hilft mir mein Outlook, um alle Termine und Aufgaben zu überblicken, und OneNote für die vielen Ideen und Themen, die nicht vergessen werden dürfen.


Darüber hinaus konnte ich auch die Erfahrung machen, dass viele Kolleginnen und Kollegen durchaus ver­ständ­nisvoll und entgegenkommend sind, wenn ich es ablehne, Meetings nach 16 Uhr anzusetzen. Natürlich gibt es immer wieder – meist planbare – Termine, die sich auch in die Abendstunden verlagern. Als Leitung der Personalentwicklung bin ich bei vielen Schulungen, Veranstaltungen und Netzwerktreffen aktiv dabei und gerade in den Frühlings- und Sommermonaten gibt es viele Abendtermine. Diese Termine sind für meine Rolle wichtig und ich kann sie vorausschauend gut mit Hilfe meiner Familie organisieren. Anders sehe ich es bei Meetings und Abstimmungsterminen, die auch zu familienfreundlicheren Zeitpunkten stattfinden können –
da poche ich i.d.R. darauf, sie gut mit meiner familiären Situation vereinbaren zu können. Hier hilft es, selbst­bewusst aber freundlich, ein anderes Zeitfenster vorzuschlagen.

 

Welche Herausforderungen gibt es dabei?

Herausforderungen gibt es immer dann, wenn etwas nicht nach Plan läuft, zum Beispiel ein Kind krank wird, man selbst nicht fit ist und die Betreuung durch andere Angehörige oder die Kita spontan wegfällt.


Diese Situationen habe ich immer als belastend empfunden. Wobei ich sagen würde, dass es mir heute etwas besser gelingt als früher, auch für mich zu akzeptieren: „So ist das einfach, ich habe ein Kind, das ist krank,
ich kann es nicht ändern, und leider kann ich heute deswegen nicht an diesem Meeting teilnehmen.”


Besonders das letzte Corona-Jahr, mit ca. 6 Monaten Homeschooling mit einem Erstklässler und Homeoffice, empfand ich als eine enorme Herausforderung. Es hat mir geholfen, in dieser Zeit nicht zu streng mit mir selbst zu sein. Ich habe mir keine Vorwürfe gemacht, wenn der Kleine den ganzen Tag im Schlafanzug verbringt und mehr fernsieht, als ihm eigentlich gut tut, wenn als Essen Fertigpizza auf den Tisch kommt und wenn der Haus­halt schrecklich aussieht… In solchen Phasen sollte man sich keinen unnötigen Stress durch Perfektionismus machen – sondern lieber versuchen, die kleinen schönen Momente in diesen unmöglichen Zeiten zu genießen.

 

Hast Du einen Tipp für Kolleginnen, die Karriere machen und gleichzeitig weiterhin die Familie in den Mittelpunkt stellen möchten?

Für mich ist Familie sehr wichtig. Ich hätte nicht zwischen Familie und Karriere wählen können. Auch meine berufliche und persönliche Weiterentwicklung waren für mich immer bedeutend, doch Karriere ist nichts, was ich um jeden Preis verfolgt hätte. Ich bin der Meinung, dass – mit etwas Glück – berufliche Weiterentwicklung bzw. Karriere automatisch eintritt, wenn man für sich den passenden Beruf, das passende Team und die passende Führungskraft gefunden hat – und das ist bei mir bei Rödl & Partner der Fall. Ich habe glücklicher­weise einen Job, der mir (fast) jeden Tag viel Spaß macht, ein ganz tolles, hilfsbereites Team und einen Chef, den ich wirklich sehr schätze. Diese Faktoren führen bei mir dazu, dass ich einerseits ich selbst sein kann – authentisch, ehrlich, ohne mich zu verbiegen – andererseits bereit bin, sehr viel zu geben und auch über Grenzen gehe, um berufliche Ziele zu erreichen.


Es ist mir bewusst, dass nicht alle Kolleginnen für sich sagen können, dass auch sie die passende Rolle, das passende Team und die passende Führungskraft gefunden haben, um Karriere und Familie gleichzeitig zu leben. Es ist wichtig, ehrlich mit seiner Führungskraft und seinen Kolleginnen und Kollegen über Bedürfnisse aufgrund der familiären Situation zu sprechen und gleichzeitig ehrliches Interesse an den Bedürfnissen der Führungskräfte und Teammitglieder zu haben. Vereinbarkeit ist keine Einbahnstraße, alle müssen aktiv daran arbeiten.


Grundsätzlich hilft es mir, mich immer wieder zu reflektieren und zu versuchen, gelassener mit den beruflichen Zielen und mit dem familiären Perfektionismus umzugehen. Ansonsten wäre der Spagat zwischen Karriere und Familie zu anstrengend.  



Danke, liebe Anke, für deine persönlichen Einblicke und deine inspirierenden Eindrücke. Es ist wirklich toll, dass du unseren Karriereblog mit deinem Beitrag eröffnet hast!
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