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Karriereplanung als internationales Mosaik: Was kommt auf uns zu?

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veröffentlicht am 24. Januar 2022
   
Manchmal ändert unser Karriereweg unerwartet seine gewohnte Richtung, indem er uns attraktive Möglichkeiten bietet und uns zu spannenden beruflichen Abenteuern führt. Marcus Brinck, Rechtsanwalt und juristischer Mitarbeiter bei Rödl & Partner Litauen, schildert seine Eindrücke von einem gelungenen Start seiner juristischen Karriere nach dem Umzug von Deutschland nach Litauen.
 
    

Marcus, vor ein paar Monaten bist du nach Litauen umgezogen und hast dich dem Büro von Rödl & Partner in Vilnius angeschlossen. Was sind deine ersten Eindrücke von dem Unternehmen, den Litauern und dem Land selbst? 

Eines der ersten Dinge war die Überraschung, eine vertraute deutsche Anwaltskanzlei hier in Vilnius zu finden. Nach der Kontaktaufnahme und dem Kennenlernen aller Mitarbeiter von Rödl & Partner Vilnius war ich schnell beeindruckt von der Arbeitsatmosphäre, der Kollegialität und selbstverständlich auch davon, dass es hier so viele deutschsprachige Kolleginnen und Kollegen gibt. Die Litauer wirkten auf mich wie ein junges, aufgeschlossenes und zukunftsorientiertes Volk. Manchmal ist es etwas schwierig, mit ihnen in Kontakt zu kommen, aber wenn man sie erst einmal kennengelernt hat, sind sie ausgesprochen nett.
 
Eine Sache, die mir am Land selbst sehr gut gefallen hat, ist die große Menge an Natur überall, Vilnius selbst ist eine sehr weitläufige Stadt mit vielen Parks und Grünflächen dazwischen. Mir ist auch aufgefallen, dass es noch einige Überbleibsel aus der Sowjetzeit gibt, vor allem in der Architektur. Gleichzeitig glaube ich aber auch, dass Litauen viel Potenzial für die Zukunft hat, vor allem, wenn man die rapiden Veränderungen und den Fokus auf Technologie in den letzten Jahren bedenkt.
 

Könntest du bitte deinen Arbeitsalltag als Rechtsanwalt beschreiben? Welche juristischen Aufgaben stehen im Mittelpunkt deines Interesses?

Es ist nur bedingt möglich, einen klassischen Tagesablauf zu beschreiben, da jeder Tag anders ist. Der Tagesablauf hängt stark davon ab, welche Mandanten man gerade hat und in welcher Weise man ihnen in rechtlichen Angelegenheiten zur Seite steht.
 
In der Regel beginnt ein Tag als Rechtsanwalt nicht viel anders als in den meisten Bürojobs: Man prüft seine E-Mails und organisiert seine Aufgaben für den Tag. Doch im Laufe des Tages kommen oft noch andere Dinge hinzu: So kann es sein, dass ein potenzieller neuer Mandant eine Anfrage stellt und Rechtsberatung benötigt, dass ein bereits bestehender Mandant (dringend) Hilfe in einer Rechtsangelegenheit benötigt oder dass ein Kollege Sie um Unterstützung in einem seiner Fälle bittet.
 
Ich bin noch sehr neu in der Anwaltsbranche. Es gibt keine bestimmte Art von Aufgaben, die ich schon mit Sicherheit als den Kern meines Interesses bezeichnen würde. Noch helfe ich in vielen verschiedenen Rechtsbereichen aus, von Privatpersonen, die Fragen zu einem abgeschlossenen Vertrag haben, bis hin zu Fusionen von großen Unternehmen. Aber vielleicht ist es gerade diese Vielfalt an unterschiedlichen Bereichen, die es derzeit so interessant macht.
 

2018 haben Sie Ihr Studium an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg erfolgreich abgeschlossen und das Rechtsreferendariat am Oberlandesgericht Nürnberg begonnen. Welche großen Vorteile eines juristischen Berufes können Sie dabei hervorheben?

Zu den großen Vorteilen eines juristischen Berufes gehört meiner Meinung nach zum Beispiel, dass man rechtliche Alltagsprobleme besser verstehen kann. Außerdem hat man viele verschiedene Möglichkeiten im weiteren Leben, da eine gewisse Rechtskenntnis fast überall nützlich ist.
 

Marcus, würdest du untentschlossenen Jugendlichen empfehlen, sich für ein Jurastudium zu entscheiden? Warum?

Welches Studium man wählt, hängt natürlich immer von der jeweiligen Person selbst ab. Ich persönlich habe es nicht bereut, das Jurastudium gewählt zu haben. Mir hat es häufig sogar „Spaß” gemacht, die beste Lösung für ein juristisches Problem zu erarbeiten, da es viel mit logischem und strukturiertem Denken zu tun hat, ein bisschen wie bei einer „Knobelaufgabe”.
 
Auch beruflich bietet das Jurastudium eine Vielzahl von Möglichkeiten. Neben den klassischen juristischen Berufen als Anwalt oder Richter gibt es auch in der Geschäftswelt eine Vielzahl von Möglichkeiten, da es im Grunde keine Position gibt, in der es nicht von Vorteil wäre, über juristische Kenntnisse zu verfügen.
 
Im Grunde genommen würde ich gerade unentschlossenen Jugendlichen empfehlen, sich für ein Jurastudium zu entscheiden, da dies noch viele verschiedene Möglichkeiten und Wege im späteren Leben bietet. Vorausgesetzt, man hat auch Spaß an der juristischen Arbeitsweise.
 

Anfang 2022 wurdest du bei der litauischen Anwaltskammer als Rechtsanwalt eingetragen. Was bedeutet das für dich in persönlicher und beruflicher Hinsicht?

Für mich persönlich ist es natürlich ein gutes Gefühl und ein Erfolgserlebnis, nach vielen Jahren des Studiums und der juristischen Ausbildung hier als vollwertiger Rechtsanwalt anerkannt zu werden. Vor allem auch, weil es in Litauen schon fast etwas Besonderes ist, sich vollwertiger Rechtsanwalt nennen zu dürfen.
 
Beruflich möchte ich selbstverständlich zeigen, dass ich diesem Titel gerecht werde, und ich möchte meine Kenntnisse und Fähigkeiten im litauischen Recht, aber auch in der juristischen Arbeit im Allgemeinen verbessern.
 

Marcus, würdest du uns deine künftigen beruflichen Ambitionen verraten? Beziehen sich diese eher auf Litauen, Deutschland oder auch auf andere Länder?

Was meine künftigen beruflichen Ambitionen angeht, gibt es ein paar lose Pläne, die sowohl Litauen als auch Deutschland betreffen.
 
Zum einen möchte ich ein zusätzliches Masterstudium an einer Universität in Vilnius absolvieren, um einen LL.M. – Legum Magister – zu erwerben. Ich möchte meine juristischen Kenntnisse verbessern und bin auch neugierig auf ein Studium im Ausland.
 
Zum anderen möchte ich möglicherweise irgendwann auch noch promovieren, vielleicht sogar in Deutschland, damit ich den Bezug zum deutschen Recht nicht zu sehr verliere.
 
Letztlich bin ich mir noch nicht sicher, wohin mich meine berufliche Laufbahn führen wird, aber ich würde mich glücklich schätzen, hier einen festen Platz gefunden zu haben.
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