Viele Herausforderungen, wachsender Erfahrungsschatz: Arbeiten in Moskau

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Jens Wergin ist Partner und Niederlassungsleiter bei Rödl & Partner Plauen. Von Ende 2013 bis Frühjahr 2019 war er als stellvertretender Generaldirektor und Leiter der internationalen Wirtschaftsprüfung in Moskau tätig. Er gibt Einblick in seine Zeit in Russland.
 

Wie gestaltete sich Ihr Auslandsaufenthalt?

Seit Ende 2013 wohnte und arbeitete ich in der russischen Hauptstadt Moskau. Mein Auslandsaufenthalt fand nicht im Rahmen einer klassischen Entsendung statt, die üblicherweise auf 2 bis 4 Jahre für ein bestimmtes Projekt begrenzt ist, sondern ich war lokaler und dauerhafter Mitarbeiter unserer russischen Dependance.

 

Welche Tätigkeitsbereiche haben Sie übernommen?

In Moskau habe ich verschiedene Tätigkeiten übernommen und mehrfach zwischen den Abteilungen Steuern und Wirtschaftsprüfung gewechselt. 3 Jahre war ich dauerhaft und schwerpunktmäßig in der Wirtschaftsprüfung als Leiter der Abteilung für deutsche und internationale Rechnungslegung tätig. Ausflüge in andere Abteilungen fanden nur noch für bestimmte Projekte statt.

 

Welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich im (Berufs-)Alltag im Ausland?

In Russland hat man mit vielen Herausforderungen zu kämpfen, vieles läuft hier wesentlich schneller ab. Allein das tägliche Verkehrschaos und das Leben in der sogenannten Megapolis erscheinen einem anfangs ungewohnt, man gewöhnt sich aber schnell an die Abläufe. In beruflicher Hinsicht bekommt man recht schnell viel Verantwortung, zudem eignet man sich in kurzer Zeit ein Expertenwissen über das Land, den regionalen Markt und in meinem Fall auch speziell der Gesetzgebung des Gastlandes an.

 

Inwiefern konnten Sie Ihre/n Partner/in bzw. Familie mit ins Ausland nehmen?

Meine Familie war von Anfang an dabei und wir haben die Entscheidung nach Russland zu gehen auch gemeinsam getroffen. Da meine Frau russisch spricht, war zum Glück wenig Überzeugungsarbeit zu leisten. Ich habe im Verlauf der Jahre hier in Russland auch einige Pendler kennengelernt, bei denen die Familie in Deutschland geblieben ist. Aufgrund der noch vergleichsweise geringen Flugzeit ist ein regelmäßiges Pendeln zwar möglich, würde für mich jedoch nicht in Frage kommen. Da bleibt zu viel auf der Strecke.

 

Was begeistert Sie an der Arbeit im Ausland?

Das Leben im Ausland unterscheidet sich in einigen Teilbereichen schon wesentlich von unserem gewohnten Leben in Deutschland. Der Erfahrungsschatz wächst ungemein durch einen Auslandsaufenthalt und das sowohl in professioneller Hinsicht als auch bezogen auf alle Umstände des täglichen Lebens. Man lernt, sich auf andere Mentalitäten einzulassen, zu sehen, was in Russland besser oder anders gemacht wird, aber auch, was in Deutschland vielleicht besser geregelt ist.

 

Haben Sie einen Tipp für das Leben im Ausland?

Man sollte möglichst früh beginnen, die Sprache zu lernen – bei schwierigen Sprachen zumindest ein paar Grundkenntnisse erwerben. Sie erleichtert vieles und eröffnet eine Fülle neuer Möglichkeiten. Ein weiterer Tipp ist, sich möglichst rasch am Einsatzort zu vernetzen. Kontakte sind im Ausland noch wichtiger als zu Hause, sei es für private oder professionelle Belange.

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